|
Klaus Lühmann: 50-jähriges Firmenjubiläum und Verabschiedung aus dem „aktiven“ Berufsleben bei Henri Benthack
„Die Struktur des Baustoffhandels muss erhalten bleiben“ Klaus Lühmann: 50-jähriges Firmenjubiläum und Verabschiedung aus dem „aktiven“ Berufsleben bei Henri Benthack
50 Jahre bei ein und derselben Firma. Ein Jubiläum mit Seltenheitswert, das Klaus Lühmann (70), langjähriger Geschäftsführer des Baustoffhandelsunternehmens Henri Benthack begeht, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Und das wird gefeiert: am 4. August im „Hafenclub“ an den Hamburger Landungsbrücken mit etwa 70 langjährigen Weggefährten aus dem Kreise der Geschäftsfreunde sowie Verbands- und Kooperationskollegen. Darunter die 95-jährige Senior-Chefin Gerdi Benthack mit ihrer Tochter Sigrid Schölzel, Barbara Ahrons, Vorsitzende der Hamburger Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU, und Max Schierer Präsident des Bundesverbands Deutscher Baustofffachhändler. Der Tag seines Jubiläums ist zugleich der Abschied aus dem „aktiven“ Berufsleben. Was nicht heißt, dass Klaus Lühmann sich endgültig zur Ruhe setzt. Er wird dem Unternehmen als Beiratsvorsitzender und Mitglied des Vorstands der Henri-Benthack-Stiftung verbunden bleiben.
Nie hätte Lühmann sich träumen lassen, so lange bei einem Arbeitgeber zu bleiben. Schon gar nicht im Baustoffhandel. Denn sein Interesse galt der Meteorologie. Aber 1952 gab es keine Chance einen Studienplatz zu bekommen. „Also steckte mich mein Vater zu einem Lüneburger Baustoffhändler in die Lehre.“ Da musste er sortieren, aufladen, abladen… „Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen.“
Doch die Aufgaben wurden anspruchsvoller und mit der größer werdenden Verantwortung wuchs auch die Freude am Beruf. Aber Lühmann wollte raus aus Lüneburg – sein Ziel hieß Hamburg. Nach einer Zwischenstation in der Hamburger Baustoffabteilung von Raab Karcher fing er am 1. August 1956 bei Henri Benthack an. „Für ein Monatsgehalt von 450 DM.“ Er wurde Prokurist, war bis vor zweieinhalb Jahren Geschäftsführer und bleibt – neben seinen beiden Funktionen bei der Henri Benthack GmbH & Co. KG – stellvertretender Vorsitzender des Verbands Norddeutscher Baustoffhändler. Außerdem ist er nach wie vor zusammen mit Max Schierer und Dr. Peter Spary in Berlin über die „Aktion pro Eigenheim“ in Sachen Baupolitik aktiv.
Ziel dieser Aktion war ursprünglich, die Eigenheimzulage zu erhalten. Doch die wird gestrichen. Hat die „Aktion pro Eigenheim“ unter diesen Bedingungen noch Sinn? „Aber ja, auch ohne Eigenheimzulage können wir noch etwas bewegen“, sagt Klaus Lühmann. „Die Riester-Rente kann ja auch für die Anschaffung von Immobilien eingesetzt werden. Das Problem dabei, man muss erst 15 bis 20 Jahre lang ansparen, bevor man bauen kann. Wir wollen aber schon jetzt etwas für die Bauwilligen und die Bauwirtschaft tun. Also haben sich 22 baunahe Verbände zusammengeschlossen und der Regierung ein Konzept vorgelegt. Es ist weiterhin großes Engagement erforderlich.“
Ein weiteres Anliegen Lühmanns ist die Erhaltung der mittelständischen Struktur des Baustoffhandels. „Im Rahmen der Globalisierung gibt es eine sehr gegensätzliche Entwicklung im Bereich der Baustoff produzierenden Industrie“, so Lühmann. „Da gibt es kaum noch Mittelständler, viele sind von den Global Playern geschluckt worden. Im Baustoffhandel gibt es auch Große, aber zum Glück noch sehr viel Mittelstand und starke Familienunternehmen. Ich halte das für sehr wichtig.“ Aber ihm ist auch klar, einzelne mittlere Unternehmen oder Verbände können gegen die großen Industriekonzerne nicht bestehen. Der Ausweg: Fusionen. Zwei davon hat er als Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender der Interpares mitgestaltet. Zunächst die Fusion mit der Mobau, daraus wurde dann Interpares-Mobau, kurz i&M, und 2004 die der i&M mit der Interbaustoff, heute Eurobaustoff. „Wir mussten etwas tun, um mit den Großen der Industrie auch weiterhin auf Augenhöhe verhandeln zu können. Zusammen sind wir die größte Baustoff-Fachhandelskooperation in Europa und damit in einer viel stärkeren Position als vorher.“
Auch die Henri Benthack GmbH & Co. KG hat ihre Position gestärkt – durch die Gründung einer Stiftung. „Damit haben unsere Inhaberinnen die Kapitalseite zukunftsfähig gestaltet“, so Lühmann. Nebeneffekt: „Möglichen Kauf-Interessenten – und von denen hat es in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe gegeben – ist nun endgültig klar: Benthack ist nicht zu kaufen. Wir bleiben ein eigenständiges mittelständisches Unternehmen.“
Zweck der Stiftung ist: 1. Die Förderung der Ausbildung in den Hochschulbereichen Architektur und Bauingenieurwesen. 2. Die Förderung der beruflichen Aus- und Fortbildung in den Bereichen des Bauwesens. 3. Kultur- und Kunstförderung insbesondere die Förderung der Erhaltung von Kulturwerten sowie die Förderung der Denkmalpflege. Die ersten Fördergelder werden Anfang nächsten Jahres fließen. Im Bereich Denkmalpflege engagiert sich die Henri-Benthack-Stiftung schon jetzt.
(Abdruck honorarfrei)
Kontakt: Henri Benthack GmbH & Co. KG, Bredowstr. 9, 22113 Hamburg-Billbrook, Volker Homann: Tel.: 040- 733 46- 0
|